Mehr als Placebo

Eine Schweizer Forschungsgruppe um den Physiker Stephan Baumgartner hat sich dieser Kernfrage ganz besonders angenommen.

Ihre Ausgangsfrage lautete: Wie können wir eine Behandlung durchführen und dabei jede eingebildete Form der Heilung ausschließen? Die Wissenschaftler entschieden sich deswegen für eine Behandlung von Wasserlinsen, im Volksmund auch Entengrütze genannt. Wir tun der Wasserlinse wohl eher kein Unrecht, wenn wir ihr Seelenleben als etwas zu schlicht für suggestive Autoregeneration, also geistige Placeboeffekte, einstufen und davon ausgehen, dass sie stattdessen rein biologisch auf ihre Umwelt reagiert. Um an Wasserlinsen ein Heilmittel versus Placebo testen zu können, müssen diese zunächst in einen definierten Krankheitszustand gebracht werden.

Hierfür wurden die Pflanzen mit kleinen Dosen Arsen vergiftet. Zu wenig Gift, um sie eingehen zu lassen, aber so viel, dass sie deutlich messbar in ihrem Wachstum gehemmt wurden. Und diese vergifteten Wasserlinsen bekamen nun verschiedene Zusätze in ihre Nährlösung verabreicht. Entweder pures oder verschütteltes Wasser (Placebo-Kontrollgruppe), oder das homöopathische Heilmittel Arsen in verschiedenen Potenzen. Dann wurde das weitere Wachstum der Pflanzen über längere Zeit akribisch dokumentiert. Bei der Auswertung der Daten zeigte sich deutlich, dass man bei den geschädigten Wasserlinsen hochsignifikante Wachstumsunterschiede gemessen hatte.

Erfolgreiche Behandlung

Die homöopathisch behandelten Pflanzen hatten sich im Durchschnitt hochsignifikant messbar besser regeneriert und entwickelt, als jene, die nur mit Wasser versorgt worden waren. Die Pflanzen waren also erfolgreich gegen die Vergiftung behandelt worden – und zwar mit dem gleichen Wirkstoff, der sie vergiftet hatte, also mit Arsen, diesmal in homöopathischer Verdünnung. Dabei zeigte sich, dass verschiedene Potenzen des Mittels eine unterschiedlich starke Wirkung entfaltet hatten. Dies ist eine wiederkehrende  Beobachtung, die wir aus der Klinik ebenfalls kennen.

Fazit

So unscheinbar und unspektakulär die untersuchten Pflänzchen sein mögen, so bahnbrechend ist das Ergebnis dieser Versuche. Da die Pflanzen erfolgreich behandelt wurden und ein Placeboeffekt ausgeschlossen werden kann, müssen wir davon ausgehen, dass homöopathische Heilmittel eine biologische Wirkung entfalten können, genau wie die Medikamente der Schulmedizin.

Veröffentlichung: Jäger, T., Scherr, C., Simon, M., Heusser, P., & Baumgartner, S. (2010). Effects of homeopathic arsenicum album, nosode, and gibberellic acid preparations on the growth rate of arsenic-impaired duckweed (Lemna gibba L.). ScientificWorldJournal, 10, 2112-2129. Untersuchung zur Behandlung von mit Arsen vergifteten Wasserlinsen. Einsehbar unter: https://www.hindawi.com/journals/tswj/2010/107597/abs/

PD Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner über Effektivität von Homöopathie

PD Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner, Uni Bern und Witten Herdecke, erklärt anhand eines Experiments, dass Homöopathie wirkt.

Zurück zu „wichtige Forschung“

Mit freundlicher Genehmigung von Droemer Knaur.

Zitiert aus:

Homöopathie für Skeptiker, ISBN: 978-3426292259